Hitzeschutz im José-Rizal-Park

Zur letzten Gemeinderatssitzung im Juli gibt es folgende erfreuliche Info:

Die GIW hatte nach §34 Abs. 1 der Gem0 einen Antrag eingebracht, der vorsah, ein Klima- bzw. Hitzeschutzprojekt im José-Rizal-Park durchzuführen. Im Park gibt es keine Beschattungsmöglichkeiten, so dass bei starker Sonneneinstrahlung die Belastung für alle, die sich dort privat oder bei Veranstaltungen aufhalten, sehr groß ist. Finanziert werden soll das Projekt durch Einsparungen beim Klimaschutzmanagement. Dieses war beim GVV Schönau angesiedelt und die Kosten in die Umlage an den GVV eingerechnet. 

Der Gemeinderat stimmte dem Antrag der GIW zu und beauftragte den Ausschuss für Technik und Umwelt, ein Konzept zur Beschattung im Park im Rahmen der durch das Klimaschutzmanagement nicht verausgabten Mittel in Höhe von bis zu 10.846 Euro zu erarbeiten. Das Konzept soll zu gegebener Zeit im Gemeinderat vorgestellt werden.

Nahversorgung in Wilhelmsfeld

In der Gemeinderatssitzung im Februar stand auch die Entwicklung der Nahversorgung auf der Tagesordnung. 

Die Verwaltung beantragte den Ablauf wie folgt:

  • 1. Beauftragung der Verwaltung, Gespräche über Entwicklungsmöglichkeiten des Feldes am Schriesheimer Hof insbesondere mit den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern zu führen
  • 2. Planungen in diesem Bereich auf den Weg zu bringen und
  • 3. ein Konzept zu erarbeiten.


Punkt 1 haben wir uneingeschränkt zustimmen können.

Zu Punkt 2 und 3 – Planung und Konzept erarbeiten haben wir folgende Bedenken geäußert, die wir dann auch in einem geänderten Antrag formuliert haben:

Die Handels- und Versorgungsstrukturen im ländlichen Raum unterliegen einem strukturellen Wandel, da sich das Konsumentenverhalten verändert hat und sich sicher weiterhin verändert. Daher stellt sich die Frage, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um eine angemessene Nahversorgung auch künftig gewährleisten zu können.

Aufgrund der mangelnden Möglichkeiten (wenig bis keine Flächen) sollten wir, sofern uns eine Fläche zur Verfügung gestellt wird, tatsächlich ein gutes, vorausschauendes und langfristig funktionierendes Konzept vorlegen, um die uns zur Verfügung stehenden Fläche bestmöglich nutzen können. Eine Unterstützung durch einen Fachberater in dieser Planungs- und Konzeptphase erscheint uns daher zielführend.

Der Beschlussvorschlag ist derzeit so formuliert, dass sowohl Planung als auch die Ausarbeitung eines Konzeptes von der Verwaltung durchgeführt wird. Wir halten die Hinzuziehung einer entsprechenden Fachfirma, die den Bedarf ermittelt und ein zukunftsfähiges Konzept erstellt, für notwendig.

Von daher schlagen wir vor, den Beschlussvorschlag wie folgt umzuformulieren:

Beschlussvorschlag: 
Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung, Gespräche über Entwicklungsmöglichkeiten des Feldes am Schriesheimer Hof insbesondere mit den Grundstückseigentümerinnen und -eigentümern zu führen.

Für die Planung und Konzepterstellung soll die Verwaltung eine entsprechende Fachfirma suchen.

Nach Vorlage der Planung und des erarbeiteten Konzeptes soll hierüber die Wilhelmsfelder Bürgerschaft im Rahmen eines Bürgerentscheids gemäß § 21 Abs. 1 GemO entscheiden.


Diesem Antrag konnte der Gemeinderat zustimmen.

DIE ASIATISCHE HORNISSE (VESPA VELUTINA) IN DER WESPEN-/HORNISSENBERATUNG

Einheimische Hornisse (Vespa crabro)
Überwiegend gelber Hinterleib, rot-schwarzer Brustbereich
(Foto: Gerlinde Seidel)

Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
Etwas kleiner als Vespa crabro, überwiegend schwarzer Hinterleib, schwarzer Brustbereich, gelbe Beine, Flügel stärker abgespreizt
(Foto: Gerlinde Seidel)

Wespen/Hornissen dürfen wie alle Tiere nicht ohne vernünftigen Grund gestört oder gar vernichtet werden. Die heimische Hornisse ist besonders geschützt. Oft reichen angepaßte Verhaltensweisen oder Abschirmmaßnahmen, um Probleme zu entschärfen. Nur im Notfall ist eine Nestumsetzung geboten.

Anders ist es bei der sich ausbreitenden Asiatischen Hornisse, die es letztes Jahr aus der Rheinebene herauf in die GVV-Gemeinden geschafft hat. Sichtungen gab es in Schönau, Heiligkreuzsteinach und Wilhelmsfeld. Nach der Nestortung konnten diese vernichtet werden. Im kommenden Sommer ist wieder die Aufmerksamkeit der Bevölkerung gefragt: Sichtungen sind meldepflichtig!


Die Primärnester im Frühjahr finden sich in niedriger Höhe. Erst das zum Sommer erstarkende Volk zieht in ein großes Sekundärnest um, das meist (aber nicht immer) in Baumkronen in 10 bis 30 m Höhe gebaut wird, oft wassernah. Dort kommt es zur Aufzucht Hunderter Jungköniginnen und Drohnen, die bevorzugt mit am nächstliegenden Honigstand gejagten Honigbienen gefüttert werden - zum Leidwesen der Imker, wegen Honigeinbußen und Volksverlusten. 


In der Hauptbrutzeit ist der Insektenbedarf der Velutina aufgrund der viel größeren Brutstärke und Besiedlungsdichte gegenüber der einheimischen Hornisse auch für den sowieso schon zurückgehenden Insektenbestand eine Herausforderung. Die erwachsenen Tiere ernähren sich von Früchten, weshalb auch Obst- und Weinbauern von der Velutina-Ausbreitung betroffen sind. Die wissenschaftliche Beobachtung dieser Entwicklung und die Koordination von Maßnahmen wird jetzt vom Bieneninstitut in Hohenheim übernommen.


Meldeplattform und Infos: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse.

Gerlinde Seidel
Ehrenamtlicher Naturschutzdienst der Unteren Naturschutzbehörde für Wilhelmsfeld und Heiligkreuzsteinach, Wespen-/Hornissenberaterin.

Nest in Schönau mit einem Durchmesser von ca. 60 cm. 
Der Eingang liegt bei einem Velutinanest an der Seite (bei der heimischen Hornisse unten).
(Foto: Gerlinde Seidel)

Dieses Nest war ausnahmsweise gut zu erkennen, weil in einer sehr lichten Baumkrone hängend. (Foto: Gerlinde Seidel)

Ein Primärnest mit der Königin, wie es ab Ende März in der Regel meist in Kopfhöhe, z.B. unter Vordächern, entsteht und bis ca. Fußballgröße wächst, bevor das Volk in der Regel ab Ende Juni/Juli in ein meist in Baumkronen hängendes Sekundärnest umzieht. Beim Primärnest liegt die Öffnung noch genauso wie bei der heimischen Hornisse unten.
Achtung: keine Nestzerstörung ohne professionelle Beteiligung vornehmen! 
(Foto: Tom Junghans)


40 JAHRE GIW – INTERVIEW MIT DEM GRÜNDUNGSMITGLIED GOTTFRIED TÜRK

40 Jahre GIW in Wilhelmsfeld. Du bist Gründungsmitglied. Was war die Inspiration zur Gründung der GIW?
Es war die Zeit des Baumsterbens. Die Wälder begannen durch den sauren Regen abzusterben. Es gab Menschen, die was auf lokaler Ebene dagegen machen wollten nach dem Motto: „global denken, lokal handeln“.

War Dein Werdegang in politischer Hinsicht durch das Elternhaus vorgeprägt?
Ich wuchs in einer sozialdemokratischen Familie auf. Aufgrund des Berufes meines Vaters kam er mit vielen sozialen Konflikten und Schichten in Kontakt. Eines der Gründungsprinzipien für die GIW war: „sozial handeln“. Dies ist bis heute eines meiner Grundprinzipien.

Bestand 1984 der Gemeinderat auch aus 14 Personen und wie viele GIWler wurden gewählt?
Damals bestand der Gemeinderat aus 12 Personen und ich war der einzige Vertreter der GIW.

War es der GIW möglich, mit einer vollen Liste bei den Wahlen anzutreten? Gab es eine Frauenquote?
Die GIW kandidierte 1984 mit einer halben Liste, die zur Hälfte aus Frauen bestand, dies ist bis heute üblich. Meist wurde die Liste bei den vergangenen Gemeinderatswahlen von einer Frau angeführt.

Wie wurden die ersten Grünen im Gemeinderat aufgenommen? Waren die anderen Mitglieder zu einer Zusammenarbeit bereit? Haben sich neue Mehrheiten gebildet?
Die GIW ist keine Partei, sondern eine kommunale Wählervereinigung. Es waren Mitglieder auch aus anderen Parteien in der GIW vertreten. 1984 war der Gemeinderat ein Ort der Diskussion, ein Ort, wo man um Lösungen rang, d.h. die Themen wurden in der Sitzung diskutiert, trotzdem kam es meist zu einvernehmlichen Lösungen. Fraktionen haben nicht so eine große Rolle gespielt. Meine Stimme war geschätzt, auch wenn man nicht immer meiner Stimme folgte. Heute werden meist Fraktionsmeinungen zu einem Thema vorgetragen.

Zunächst gab es einen Sitz. Zurzeit hat die GIW drei Sitze. Wie viele Sitze waren es durchschnittlich?
Nach 1 Sitz 1984 waren es 1989 schon 2 Sitze, ab 1994 und später 3 oder 4 Sitze, zeitweilig hatte die GIW gesamt die meisten Stimmen.

Welche Themen blieben Dir aus den letzten vier Jahrzehnten besonders in Erinnerung?
Die geplante Müllverbrennungsanlage in Ladenburg, die Einführung der ‚Grünen Tonne‘. Weiter der sichere Schulweg – erst jetzt 40 Jahre später wurde die 30 km/h-Zone erreicht. Aber auch diverse Bebauungspläne und immer wieder die Themen Kindergarten und Schule bis hin zum Altenheim.

Die Kassen in Wilhelmsfeld sind klamm. Nicht alles, was wünschenswert ist, ist auch machbar. Wo siehst Du Wilhelmsfeld in der Zukunft? Welchen Rat gibst Du den neu gewählten Gemeinderatsmitgliedern?
Es gab zweimal den Versuch, mit Gewerbegebieten die Steuereinnahmen der Gemeinde zu erhöhen. Damit wird meiner Meinung nach der Charakter des Ortes zerstört. Ich denke, die Lebensqualität des Premiumwohnortes Wilhelmsfeld muss erhalten bleiben und ausgebaut werden.

Seit wann gibt es die Grüne Eule?
Seit Beginn, 1984. Jährlich gibt es eine Eule oder auch 2-3, wenn politische Entscheidungen das verlangen.

Das Interview führte Andrea Bäuerle.

Zwei Überschriften, dazwischen liegen fast 40 Jahre


Oben:  Artikel aus der 1. Eule 1985

Unten: Überschrift der RNZ vom 27.03.2024